Garte und Gartetal


Heimatkundliches Literarisches Sehens- und Wissenswertes Persönlichkeiten

Die Garte entspringt südöstlich von Weißenborn (280 Einw.), dessen Gemarkung bereits an Thüringen grenzt. Auf den ersten Kilometern erhält das Gartetal seinen besonderen Reiz durch den Wechsel von Wald- und Grünlandflächen. Die ufernahen landwirtschaftlichen Nutzflächen werden zumeist als Wiesen und Weiden genutzt. Hinzu treten an vielen Stellen nur äußerst extensiv bewirtschaftete Flächen und Areale, in denen der Natur- und Landschaftsschutz Vorrang genießt. Die Garte fließt dabei in westlicher Richtung und berührt der Reihe nach die Dörfer Beienrode (244 Einw.), Kerstlingerode (275 Einw.), Rittmarshausen (751 Einw.), Wöllmarshausen (397 Einw.), Benniehausen (369 Einw.) und schließlich die Ansiedlung Steinsmühle mit einer historischen Spinnerei. Südlich an Klein Lengden vorbeifließend durchquert die Garte schließlich Diemarden (1485 Einw.).

Gartetal bei Wöllmarshausen

Auf ihren letzten Kilometern wandelt sich das Gesicht des Gartetals. Mäandrierte die Garte zuvor in weitgehend ebenem Gelände, so musste sie sich hier einen Durchbruch durch die rechte Grabenschulter des tektonisch dem Rheintalbruch gleichenden Leinetals schaffen. Dabei hat sich die Garte tief ins Gelände eingeschnitten (heute fließt die Garte zwar zumeist friedlich dahin, doch denke man an die Schmelzwassermassen in der Folge der letzten Eiszeit). Der angeschnittene Höhenzug trägt heute die Diemardener Warte. Der gut erhaltene Wartturm war einst Teil der Göttinger Landwehr und fungiert heute als Wahrzeichen Diemardens. Die Grabenflanke ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, denn es finden sich aus naturschutzfachlicher Sicht wertvolle Kalkmagerrasen und alte Streuobstbestände. Beides sorgt für eine reiche Avifauna. Aber auch auf den Menschen übt der Mündungsbereich der Garte durchaus eine Anziehungskraft aus. Zahlreiche Naherholungssuchende tummeln sich auf dem angelegten Radweg, der weitgehend der Trasse der ehemaligen Kleinbahn folgt, für die die Garte im übrigen Namenspate war ("Gartetalbahn"). Zwischen dem Gehöft Reinshof und Rosdorf schließlich mündet die Garte in die Leine.

Auch wenn das Gericht Garte, das für insgesamt fünf Gartedörfer zuständig war und seinen Amtssitz in Rittmarshausen hatte, im Jahr 1839 aufgelöst wurde, so prägt die Garte noch heute maßgeblich das Selbstverständnis der Bewohner der Dörfer an ihrem Ufer. Als landschaftliche Leitlinie unserer Region schafft sie Gemeinsamkeit und stiftet Identifikation.

(Anmerkung: alle Einwohnerdaten im Text Stand 31.12.2000)

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