Gleichen


Allgemeines
Unsere Gemeinde ist benannt nach den Gleichen. Dabei handelt es sich um zwei ehemalige Burgen, die auf zwei fast gleich hohen Wellenkalkkuppen gelegen sind. Die Berge werden nur durch einen sogenannten Sattel getrennt.

Die Burgen wurden bereits um 1100 von den Grafen v. Reinhausen, den Gaugrafen des Leinegaues, erbaut und 1209 als castra Lichen bezeichnet. Diese schenkten sie dem Benediktinerkloster Reinhausen. Durch Tausch und Übereignung gerieten sie ab 1235 schließlich fest in welfischen Besitz. 1270 wurden sie durch Herzog Albrecht I. an die Herren v. Uslar gegen deren Besitz im Solling getauscht und von diesen mit ihrem Vermögen Anfang des 14 Jh. auf die Linien Alten- und Neuen-Gleichen geteilt, wodurch wegen der verwickelten Besitzverhältnisse zwischen beiden viele Streitereien entstanden. Alten-Gleichen blieb bei der Familie, die sich seit 1825 "v. Uslar-Gleichen" nannte, unter brschw., seit 1815 hannov. Landeshoheit; diese Linie bewohnte die Burg bis um 1555, bis die neuen Herrensitze u. A. in Appenrode und Sennickerode errichtet waren. Die letzten Herren v. Uslar der Linie Neuen-Gleichen verkauften 1451 ihren Besitz an Landgraf Ludwig I v. Hessen, der ihn 1455 an die Herren v. Bodenhausen verpfändete. Diese bauten sich ebenfalls um 1550 das Vorwerk und 1573 das Herrenhaus Wittmarshof zum Wohnsitz aus. Hessen löste 1578 die Pfandschaft wieder ein und trat das Amt Neuen-Gleichen 1816 im Tausch an Hannover ab.

Beide Burgen wurden im 30-Jährigen-Krieg zerstört, Teile der Umfassungsmauern blieben jedoch erhalten und sind noch heute sichtbar.

verändert nach: G. Dehio, 1977.

Sagenhaftes
Wie oben bereits ausgeführt, gab es in der Familie derer v. Uslar zwei Hauptlinien. Im Zuge des Erbganges wurde eine Aufteilung der Güter vorgenommen. Die Folge war die Bildung der Linien Alten- und Neuen-Gleichen. Dabei erhielt der Erbe des alten Hauses Gleichen etwa drei Viertel aller Besitzungen, der andere nur rund ein Viertel. Leicht nachzuvollziehen ist, dass diese Ungleichbehandlungen zu Differenzen geführt hat.

Der Sage nach (vgl. Kollmann u. Kollmann-Gümmer 1990) sollen die Streitigkeiten zwischen den beiden Rittern auf den gegenüberliegenden Burgen alsbald in Hass umgeschlagen sein, so dass sie sich gegenseitig nach dem Leben trachteten. Als sie sich dann eines Tages zufällig auf der Jagd im Wald begegneten, ergriffen beide gleichzeitig ihre Jagdspeere, schleuderten sie gegeneinander und trafen auch, so dass sie beide tot zu Boden sanken.

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