Sehens- und Wissenswertes


Kapelle Wittmarshof Eichenkrug Diemardener Warte Kirche Weißenborn Historische Spinnerei

Die Kapelle Wittmarshof in Eichenkrug (verändert nach: H. Gellert, o. J.)
Die Kapelle Wittmarshof (Foto) liegt über dem Talgrund des Gartetals zwischen Benniehausen und Klein Lengden. Als 1816 das hessische Amt Neuen-Gleichen an das Königreich Hannover fiel und letztendlich 1825 ganz aufgelöst wurde, war dies auch das Ende des Amtssitzes Wittmarshof. Das noch vorhandene Amtshaus wurde 1870 abgerissen. Erhalten geblieben ist jedoch die malerische Kapelle Wittmarshof.

Diese wurde 1580 auf massiven Steingrund errichtet. In ihrer Schlichtheit ist sie ein sichtbarer Ausdruck der von den Hessen neu eingeführten evangelisch-reformierten Konfession. Die Architektur der Fensterleibungen, der massiven Umfassungsmauern, die Form der Eingangstüren sowie das Gesims unter dem Dach deuten auf die Bauzeit Ende des 16. Jh. hin. Es ist also gut möglich, dass die Kapelle aus der Zeit stammt, als die Familie Bodenhausen ihren Wohnsitz von den Neuen Gleichen auf den Wittmarshof verlegte, etwa um 1575.

Kapelle WittmarshofDie Kapelle ist vom Landgrafen von Rothenburg gestiftet worden. Sie war über Jahre hinaus das Gotteshaus des hessischen Amtes Wittmarshof. Während der Anwesenheit der Landgrafen von Hessen-Rothenburg anlässlich von Jagden hielten die reformierten Geistlichen von Sattenhausen den sonntäglichen Gottesdienst. Älteren Überlieferungen zu Folge soll sogar ein unterirdischer Gang aus den Kellergewölben bis auf die Gleichen geführt haben.

In der Wetterfahne des Türmchens auf der Kapelle ist die Jahreszahl 1819 zu lesen. Aus dieser Zeit dürfte auch der Fachwerkausbau des Giebels stammen. Die erste Glocke wurde 1696 beschafft. Die Glocke wurde während des Zweiten Weltkrieges für Rüstungszwecke eingeschmolzen. Die jetzige Glocke wurde 1983 angeschafft.

Bis zum Ersten Weltkrieg ist die Kapelle von der Pfarrei Sattenhausen betreut worden. Während des Ersten Weltkrieges wurde der Gottesdienst jedoch gänzlich eingestellt. Danach wurde das Innere der Kapelle völlig erneuert, so dass sie eine freudige und ehrwürdige Atmosphäre bekam. Seit 1922 predigte mit Genehmigung des Kirchenvorstandes von Sattenhausen Pastor Brandenburg aus Gelliehausen alle 4 Wochen in der Kapelle. Nach seinem Tod wurden in der Kapelle keine Gottesdienste mehr gehalten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Jahre 1965 gemäß dem "Loccumer Vertrag" die Kapelle endgültig der ev.-ref. Kirchengemeinde Sattenhausen übereignet. Genutzt wurde sie jedoch über etliche Jahre nicht. Sie drohte zu verfallen. Dank großzügiger Spenden heimischer Banken sowie der Bereitstellung finanzieller Mittel durch die Landeskirche in Leer konnte Ende der 70er Jahre mit einer umfangreiche Sanierung begonnen werden.

Nach jahrelangen Bemühungen und mancherlei Eigenleistung konnte die Kapelle Wittmarshof im Oktober 1983 wieder ihrer eigentlichen Bestimmung übergeben werden. Seither dient sie der ev.-ref. Kirchengemeinde Sattenhausen als Gottesdienststätte.
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Der Eichenkrug (verändert nach: H. Lücke, 1927)
Zwischen den Dörfern Klein-Lengden und Benniehausen steht zwischen der Landstraße und dem Waldrand ein hochgiebliges Haus. Diese Hausstelle trägt die Bezeichnung Eichenkrug. Bereits in den 1920er Jahren fand sich jedoch kein Hinweis mehr auf Eichenbestände, die u. U. die Namensgebung hätten erklären können. Vielmehr war das Gebäude umgeben von Linden.

Der Eichenkrug war einst ein beliebtes Ausflugsziel, beherbergte er doch einen Schankbetrieb, war Ausgangspunkt für Wanderungen auf die Gleichen und lag nur unweit der Kapelle Wittmarshof.

Eine Inschrift an der Hofseite bezeugt das hohe Alter des Fachwerkbaus: "Wer Got vertravwet der hat wol gebavwet 1574". Auch die Bauart deutet auf diesen Zeitraum hin. Das zweite Geschoss ist deutlich vorgekragt. Für die Zeit vor 1574 liegen leider keine Hinweise vor.

Um das Jahr 1600 kaufte der hessische Amtmann Heinrich Hundt von Wittmarshof, ein Sohn des hessischen Kanzlers, das "Wohnhaus vor dem Vorwerke Wittmershausen", den Eichenkrug. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten musste er Ausbaupläne einstellen und das Anwesen als "Spiel- und Tanzhaus" an die Gemeinde Sattenhausen verkaufen.
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Diemardener Warte
Zwischen Diemarden und Geismar liegt auf einer exponierten Anhöhe, weithin sichtbar, die Diemardener Warte. Bei der Warte handelt es sich um einen Rundturm, der auf einem niedrigen Sockel steht. Der obere Teil des Turms wurde im Laufe der Zeit erneuert.

1409 erteilte das Kloster Hilwartshausen der Stadt Göttingen die Erlaubnis, "dat se eyne warde buwen, hebben unde maken mogen laten up den Dymerder berch [...]". Die Warte war Bestandteil der im frühen 15. Jh. errichteten zweiten Göttinger Landwehrlinie, die vom Südrand des Geismarer Holzes über den Diemardener Berg bis zur Leine verlief. Westlich der Leine wurde sie über Mengershausen bis nach Knutbühren fortgesetzt.
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Kirche Weißenborn
Das beherrschende Bauwerk Weißenborns ist die ev. Kirche St. Nicolai. Der Kirchhof wurde auf einem steil abfallenden Bergsporn errichtet. Dieser Standort wurde mit Bedacht gewählt, bot er doch eine natürliche Schutzlage. Zur Hochfläche hin wurde der Kirchhof durch eine Umfassungsmauer sowie ein Graben-Wall-System gesichert. Die Umfassungsmauer ist jedoch nur noch in Fragmenten erhalten geblieben. Nach Süden und Westen war der Kirchhof zusätzlich durch Gräben gesichert. Die um 1400 errichtete Anlage gehört vermutlich zu den aufwendigsten Kirchhofbefestigungen im gesamten Landkreis Göttingen.
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Historische Spinnerei Gartetal
Zwischen Benniehausen und Klein Lengden, unmittelbar an der L569, liegt die historische Spinnerei Gartetal. Es handelt sich dabei um ein im Fachwerkstil errichteten Bauensemble: Dieses besteht aus dem eigentlichen Spinnerei-Gebäude, einem Wohnhaus und einem ehemaligen Backhaus. Bei der Spinnerei handelt es sich um einen langgestreckten, doppelgeschossigen Fachwerkbau mit einem steilen Satteldach.

Der Vorgängerbau der Spinnerei wurde als Getreidemühle genutzt, deren Anfänge bis ins ausgehende 16 Jh. zurückreichen. In der Mitte des 17 Jh. wurde in der Getreidemühle eine Papiermühle eingerichtet. 1847 schließlich erfolgte eine erneute Nutzungsänderung: Im Zuge der frühindustriellen Erschließung des ländlichen Raumes begann die Flaneltuchfabrikation und Streichgarnspinnerei. Im Nebenerwerb wurde zusätzlich Landwirtschaft betrieben.

Der 1983 gegründete "Trägerverein Historische Spinnerei Gartetal" verfolgt konsequent die Instandsetzung des Gebäudes sowie zahlreicher Maschinen und Triebwerksanlagen. Aufgrund dieser Initiative beherbergt die Spinnerei heute ein Industriemuseum und kann zweifelsohne als ein anschauliches technisches Baudenkmal eingestuft werden.
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